Aussage Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes
Anschließend am 29. März 1946 in Amsterdam, hörte ich
Zeuge 10 Otto Kempig
Ehemaliger SD-Beamter, polizeilich gemeldet in Hannover, Timdorfstrasse 5, derzeit inhaftiert in der Haftanstalt in Amsterdam, Havenstraat, an, der mir erklärte:
Ich war von September 1940 bis Mai 1945 als Sicherheitsbeamter in Amsterdam im Büro Euterpestraat beschäftigt. Mein Tätigkeitsbereich bezog sich speziell auf die jüdischen Fälle. Der von Ihnen genannte Fall, ist nicht von mir bearbeitet worden, ansonsten könnte ich mich mit Sicherheit noch erinnern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Sicherheitsbeamter, die niederländische Polizei mit der Verhaftung von Juden beauftragt hat. Dies taten sie so oft wie möglich selbst. Es gibt keinerlei Zweifel daran, dass ein SD-Beamter die Polizei nie telefonisch mit der Verhaftung von Personen beauftragen würde, ohne sich dabei namentlich bekannt zu geben. Bezüglich der Belohnungen an die Niederländer für das Anliefern von Juden, die gegeben wurden variierten die Summen allerdings nur von 10 Gulden bis 40 Gulden. Konnte aber bei der Verhaftung von Juden auch Vermögen oder Güter beschlagnahmt werden, erhielt der Anzeiger 40% des beschlagnahmten Wertes. Im Büro der Euterpestraat in Amsterdam waren Dutzende deutsche und niederländische SD-Beamten beschäftigt.








